Kloster St. Maria
Öffnungszeiten Museum Klosterruine:
April-Oktober Sonntag/Feiertag 13-18 Uhr
Das südwestlich von Göllheim gelegene Frauenkloster St. Maria in Rosenthal wurde 1242 vom Grafen Eberhard II. von Eberstein, dem Besitzer der Herrschaft Stauf, gegründet, und später in den Zisterzienser-Orden aufgenommen. Die Kirche wurde im frühgotischen Stil erbaut und 1261 geweiht. Viele Töchter des Landadels traten in das Kloster ein, das sich außer Erziehungsaufgaben dem Landbau und seiner Verbesserung widmete. Es hatte manche Privilegien: Die Nonnen durften die Vorsteherin frei wählen, waren von jedem weltlichen Gericht und jeder geistlichen Besteuerung befreit. Die Visitationen des Klosters erfolgten durch die Äbte des Zisterzienserklosters Eberbach im Rheingau, wovon allerdings erst Urkunden vom Ende des 15. Jahrhunderts zeugen.
Das Kloster wurde vom Landadel unterstützt und beschenkt und erreichte eine hohe Blüte. Im Jahre 1496 gehören zum Kloster 70 Personen, davon 31 Geweihte, 14 Laienschwestern und 24 Dienstleute; 1501 werden auch 6 Schulkinder und 1 Kleinkind aufgeführt. Zum Wirtschaftspbetrieb gehörig werden 1501 genannt: 15 Pferde, 31 Milchkühe, 34 Stück Jungvieh, 17 Kälber, 116 Schweine und 400 Schafe. Daneben gehörten dem Kloster eine ganze Reihe von Besitzungen in der Umgebung; so bei Auflösung des Klosters solche in Asselheim, Bechtolsheim, Breunigweiler, Göllheim, Guntheim, Hillesheim, Kerzenheim, Lautersheim, und in Sippersfeld.
In der für die Verlagerung des deutschen Machtzentrums in den Südosten entscheidenden Schlacht am Hasenbühl bei Göllheim am 2.7.1298 spielte Rosenthal insofern eine Rolle, als es dem späteren Sieger, dem Habsburger Abrecht von Österreich vor der Schlacht als Hauptquartier diente, und dem in der Schlacht gefallenen Adolf von Nassau, einem Großneffen des Klostergründers, danach als Ruhestätte für 11 Jahre. Erst dann konnte dieser im Speyerer Dom beigesetzt werden – zusammen mit dem 1308 ermordeten Albrecht.
Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Kloster kirche im spätgotischen Stil ausgebaut; beim Bauernaufstand 1525 das Kloster geplündert und verwüstet. Es konnte jedoch weiter geführt werden; bis schließlich 1572 die 14. Äbtissin Elisabeth von Geispitzheim im Zuge der Reformation in den nassauischen Landen alle Rechte an Graf Philipp IV. von Nassau-Saarbrücken abtrat.
In der Folgezeit wurde das Kloster-Gefälle von weltlichen Schaffnern im Auftrag wechselnder Linien des Hauses Nassau verwaltet. Die Rückkehr von Nonnen zum Ende des 30-jährigen Krieges währte nur wenige Jahre. 1793 beschlagnahmten die Franzosen den Besitz und versteigerten ihn in Teilen. Alle Gebäude befinden sich seither in Privatbesitz, die Kirchenruine seit 1863 im Besitz des damaligen Rosenthaler Vereins. Bis in die 1990er Jahre wurden Teile der Anlage noch landwirtschaftlich genutzt.
Text entnommen aus www.hist-verein-rosenthal.de
Das Kloster wurde vom Landadel unterstützt und beschenkt und erreichte eine hohe Blüte. Im Jahre 1496 gehören zum Kloster 70 Personen, davon 31 Geweihte, 14 Laienschwestern und 24 Dienstleute; 1501 werden auch 6 Schulkinder und 1 Kleinkind aufgeführt. Zum Wirtschaftspbetrieb gehörig werden 1501 genannt: 15 Pferde, 31 Milchkühe, 34 Stück Jungvieh, 17 Kälber, 116 Schweine und 400 Schafe. Daneben gehörten dem Kloster eine ganze Reihe von Besitzungen in der Umgebung; so bei Auflösung des Klosters solche in Asselheim, Bechtolsheim, Breunigweiler, Göllheim, Guntheim, Hillesheim, Kerzenheim, Lautersheim, und in Sippersfeld.
In der für die Verlagerung des deutschen Machtzentrums in den Südosten entscheidenden Schlacht am Hasenbühl bei Göllheim am 2.7.1298 spielte Rosenthal insofern eine Rolle, als es dem späteren Sieger, dem Habsburger Abrecht von Österreich vor der Schlacht als Hauptquartier diente, und dem in der Schlacht gefallenen Adolf von Nassau, einem Großneffen des Klostergründers, danach als Ruhestätte für 11 Jahre. Erst dann konnte dieser im Speyerer Dom beigesetzt werden – zusammen mit dem 1308 ermordeten Albrecht.
Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Kloster kirche im spätgotischen Stil ausgebaut; beim Bauernaufstand 1525 das Kloster geplündert und verwüstet. Es konnte jedoch weiter geführt werden; bis schließlich 1572 die 14. Äbtissin Elisabeth von Geispitzheim im Zuge der Reformation in den nassauischen Landen alle Rechte an Graf Philipp IV. von Nassau-Saarbrücken abtrat.
In der Folgezeit wurde das Kloster-Gefälle von weltlichen Schaffnern im Auftrag wechselnder Linien des Hauses Nassau verwaltet. Die Rückkehr von Nonnen zum Ende des 30-jährigen Krieges währte nur wenige Jahre. 1793 beschlagnahmten die Franzosen den Besitz und versteigerten ihn in Teilen. Alle Gebäude befinden sich seither in Privatbesitz, die Kirchenruine seit 1863 im Besitz des damaligen Rosenthaler Vereins. Bis in die 1990er Jahre wurden Teile der Anlage noch landwirtschaftlich genutzt.
Text entnommen aus www.hist-verein-rosenthal.de
Literatur:
| - | Karl-Heinrich Conrad: "St. Maria in Rosenthal", Hist. Verein Rosenthal u.U. e.V., Eisenberg 1985 |
| - | Karl-Heinrich Conrad: "Daten zur Geschichte des Zisterzienserinnenklosters Sanct Maria in Rosenthal" in "125 Jahre Hist. Verein Rosenthal", Hist. Verein Rosenthal u.U. e.V., Eisenberg 1988 |
| - | Karl-Heinrich Conrad: "Kloster Rosenthal", Artcolor-Verlag, Hamm 1992 |
| - | Pia Heberer: "Werth von jedem Alterthums-Freunde besucht zu werden", Donnersberg-Jahrbuch 2000, S.138-145, Kirchheimbolanden |